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Bonjour!Veröffentlicht am 21.11.2016 in Schule

Wir besuchen unsere Partnerschule in Frankreich

Vom 6. bis zum 12. November 2016 hieß es wieder „Bonjour!“ statt „Guten Tag!“. Zwölf Schüler haben sich mit drei Lehrkräften auf den Weg nach Vitry-sur-Seine in Frankreich begeben und dort das Lycée Adolphe Chérioux besucht.

Los ging es am Sonntagabend um 21 Uhr am Bahnhof in Meißen. Nach einer zwölfstündigen Busfahrt erreichten wir das Gymnasium. Freudig und mit einem echt französischen Frühstück empfingen uns die französischen Austauschschüler und Lehrer sowie die Schulleitung. Nach Croissants und Kuchen stellten wir uns in einem Klassenzimmer gegenseitig vor. Dafür hatten wir Schattenbilder unserer Köpfe angefertigt. Die Franzosen sollten nun das Schattenbild dem jeweiligen deutschen Schüler zuordnen. Auch die Franzosen hatten sich etwas Besonderes überlegt. Sie hatten sich gemalt oder einen Text geschrieben, der sie beschreibt. Nun waren wir es, die Bild oder Text zu dem Schüler zuordnen sollten.

Nach einem eher gewöhnungsbedürftigen Mittagessen in der Mensa begann die Arbeit an unserem diesjährigen Projekt – dem Bau eines Modells unserer Schule in Meißen. Grundlage waren Baupläne und Fotos. Das Ziel des Tages war es, das Modell aus Papier herzustellen. Die Franzosen und wir wurden in fünf Gruppen geteilt und jede der Gruppen wurde für einen Teil des Schulgebäudes verantwortlich gezeichnet. Am Ende stand das Papiermodell zwar, allerdings ziemlich schief und verschieden groß. Die Maße auf den unterschiedlichen Planungsunterlagen stimmten nicht überein. Während wir uns mit unseren Gastgebern zu deren Familien nachhause begaben, setzten sich die deutschen und französischen Lehrer an die Verbesserung des Modells und die Planung des Modells aus Holz und Glas, das am Donnerstag umgesetzt werden sollte.

Am nächsten Tag stand der Besuch des Schlosses in Versailles an. Wir bekamen zwei Stunden Zeit, das imposante und prunkvolle Schloss zu besichtigen. Vom 17. Jahrhundert bis zum Ausbruch der Französischen Revolution residierten hier die französischen Könige. Wir trafen uns wieder und uns wurden erneut vier Stunden Zeit gegeben. Diese Zeit wurde von uns ganz unterschiedlich genutzt. Insgesamt aber, sahen unsere Pläne alle in etwa gleich aus. Zuerst stand die Suche nach dem Mittagessen im Vordergrund, anschließend der Besuch des Parks hinter dem Versailler Schloss. Leider fanden wir keine Bepflanzung mehr vor, da der Herbst bereits Einzug gehalten hatte. Trotzdem war es beeindruckend, durch die auch im Herbst wunderschöne Parkanlage zu spazieren. Nach den vier Stunden waren alle ziemlich platt und so verbrachten wir den Abend wieder bei unseren Familien.

Am Mittwoch war unser Ziel die Hauptstadt Frankreichs – Paris. Zehn Uhr trafen wir uns auf dem Platz vor dem Moulin Rouge mitten im Arrondissement Montmartre. Nach einem Gruppenfoto vor besagtem Varieté begaben wir uns zum Place du Tertre – dem Platz, auf dem sich täglich Künstler treffen und ihre Arbeit zur Schau stellen. Uns wurde eine Stunde gegeben, um die Gegend zu erkunden. Ein Großteil besuchte die Basilika Sacré-Cœur aus dem 19. Jahrhundert und lauschte den Klängen des Akkordeonspielers davor. Im Dauerregen – der bis zum Abend andauerte – liefen wir zum Justizpalast. Dort trennten wir uns und betrachteten diesen Teil der Stadt. Die Kathedrale Notre-Dame de Paris, die zwischen dem zwölften und 14. Jahrhundert errichtet wurde, war dabei ein beliebtes Ziel. Im Anschluss begaben wir uns zur Seine, um dort eine einstündige Schifffahrt zu genießen und die Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten – allen voran den Eiffelturm – vom Wasser aus zu sehen. Der Abend – an dem sich die Sonne sogar noch einmal blicken ließ – stand uns zur freien Verfügung und so erkundeten viele Gruppen viele bekannte, aber auch unbekannte Ecken von Paris.

Am Donnerstagmorgen trafen wir uns wieder alle in der Schule. Die finale Umsetzung unseres Projektes war die Aufgabe des Tages. Die Lehrer hatten in den letzten Tagen gute Arbeit geleistet und die Maße vereinheitlicht. So konnte nun jede Gruppe an ihrem Teil der Schule arbeiten. Die Holzplatten wurden zurechtgeschnitten und zusammengeklebt. Einige kreative Schüler und Schülerinnen bastelten noch einige Details wie die Bäume auf dem Schulhof. Ziemlich glücklich über das Zwischenergebnis nahmen wir an der Abschlussveranstaltung teil, zu der auch Verantwortliche der Städtepartnerschaft zwischen Meißen und Vitry-sur-Seine gekommen waren. Diese Städtepartnerschaft besteht bereits seit 52 Jahren. Eine Schülerin der Franzosen und ein deutscher Schüler ließen die vergangenen Tage in zwei Reden Revue passieren. Den Abend verbrachten wir wieder in unseren Gastfamilien – mit denen alle mehr oder weniger zufrieden waren.

Der Freitag wurde als „Familientag“ bezeichnet und gelebt. Die Franzosen hatten frei, denn der 11. November ist bei ihnen ein Feiertag – dem Tag des „Waffenstillstandes von Compiègne“ zwischen dem Deutschen Reich und Frankreich sowie Großbritannien. Einige Franzosen hatten großartige Arbeit geleistet und eine weitere Tour durch Paris geplant – an die Ecken, die wir am Mittwoch nicht zu Gesicht bekommen hatten. Ein Großteil nahm an dieser Gruppenexkursion Teil, die uns unter anderem auf den Champs-Élysées und an den Louvre führte. Einige verbrachten den Tag mit ihren Familien. Am Abend waren wir jedoch alle vereint. Nicholas – ein Franzose – hatte eine kleine Abschiedsparty organisiert, auf der wir bis zum späten Abend tanzten, Pizza aßen und miteinander sprachen.

Am Freitagmorgen trafen wir uns kurz vor acht Uhr an der Schule. Zum vorerst letzten Mal umarmten und verabschiedeten wir uns von unseren Gastgebern. Mit Tränen beiderseits verließ unser Bus das Schulgelände und begab sich auf den Weg nach Meißen. Die elfstündige Fahrt zog sich zwar in die Länge, war aber trotzdem sehr unterhaltsam. Genauso, wie die vergangenen Tage in Vitry-sur-Seine. Danke dafür!

Ein Dank geht an die Städte Meißen und Vitry-sur-Seine, an deren Städtepartnerschaftsvereine, das Lycée Adolphe Chérioux, das BSZ-Meißen-Radebeul und das Deutsch-Französische Jugendwerk. Danke an die Gastfamilien, bei denen wir uns sehr wohlgefühlt haben. Ein ganz besonderer Dank geht an Frau Saske, die den gesamten Austausch gemeinsam mit Mme Naegeli, M. Lesrel und der Schulleitung des Lycée Adolphe Chérioux perfekt organisiert hat. Im März des kommenden Jahres sehen wir uns alle wieder. Denn dann bekommen wir Besuch von unseren französischen Austauschschülern und freuen uns auf gemeinsame erlebnisreiche Tage in Meißen.

Weitere Informationen zu unserem diesjährigen Besuch in Vitry-sur-Seine und den vergangenen Austauschbesuchen gibt es unter bszm-in-paris.jimdo.com.

 

Paul Jonas Grunze

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