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STRESS: Der persönliche "Online-Wahnsinn"Veröffentlicht am 23.02.2016 in Freizeit

Ständige Erreichbarkeit stresst

Ständig erreichbar zu sein ist für manche wunderbar für andere der absolute Horror. Doch immer auf dem neusten Stand sein, Nachrichten und Freundschaftsanfragen checken oder aller 2 Minuten die Facebook-Startseite aktualisieren, kann auf Dauer tatsächlich zum Stressfaktor werden.

Wer kennt das nicht - da will man sich eigentlich auf die Hausaufgaben oder das Lernen für die nächste Klausur konzentrieren, doch der Blick schweift aller paar Minuten zum Handydisplay und nimmt uns die Konzentration. Manchmal gehört schon einiges an Überwindung dazu, dem Handy die kalte Schulter zu zeigen, es in die andere Ecke des Zimmers zu verbannen und seine volle Konzentration der eigentlichen Aufgabe zu widmen. Doch ständig fragt man sich, ob man wohl neue wichtige Nachrichten hat, was die Freunde so machen oder was es neues auf Facebook, Instgram & Co. gibt. Hin und her gerissen, auf was man sich jetzt konzentrieren sollte, kann das Handy schnell zum Stressfaktor werden. Jederzeit und überall erreichbar zu sein ist einer der ältesten Stressfaktoren seit Beginn der Handy-Ära. Der Glaube, oder besser gesagt das Bedürfnis, überall dabei sein zu müssen raubt uns schnell die Nerven. Keinen Trend und kein Ereignis will man verpassen, man will sich der Welt mitteilen und sich gleichzeitig noch von seiner besten Seite zeigen. So kommt es das viele Menschen schon gestresst sind wenn der Internet Anschluss oder das Handy mal für einige Zeit ausfällt. Die Angst etwas zu verpassen wird zum ständigen Begleiter.

Ein besonders großes Problem mit den sozialen Netzwerken ist der ständige Vergleich mit anderen. Wenn man durch die Bilder von anderen scrollt fängt man schnell, meistens sogar unbewusst, an sich mit der Person auf dem Bild zu vergleichen und aufeinmal fühlt man sich einfach nur ganz klein und fehl am Platz. Die Selbstzweifel, vor allem bei jüngeren Nutzern, werden schnell sehr groß und der ständige "Konkurenzkampf" wirkt sich negativ auf das Ego und Selbstbewusstsein aus. Das kann richtig belastend werden und das ständige Kopfzerbrechen wird schnell zur Überlastung für einen Menschen. "Internet-Burnout" oder "Internet-Depressionen" sind heut zu tage schon richtige Diagnosen. Außerdem steigt mit der zunehmenden Kommunikation und den ganzen Informationen die Chance von etwas schlechtem zu erfahren. Wenn sich jemand getrennt hat, jemand verstorben ist oder es den Freunden schlecht geht erfährt man das heute schon eher durch soziale Netzwerke, als von dem Betroffenen persönlich. Zwei drittel aller "Social Media User" sagen, dass sich ihre Gedanken auch nach der Nutzung der sozialen Netzwerke noch um diese Seiten drehen. Ihr Leben sei sehr stark von den Netzwerken beeinflusst, es fällt ihnen schwer einen klaren Kopf zu bekommen - einige sprachen sogar von Einschlafschwierigkeiten.

Wissenschaftler bestätigten, dass das Suchtpotenzial sozialer Netzwerke höher als das von Alkohol und Zigretten sei. Außerdem geht einem, durch das städige vor dem Laptop oder Handy sitzen, schnell die Energie aus. Man bewegt sich zu wenig und auch der Gang vor die Tür, um mal frische Luft einzuatmen, wird selten - der Energiemangel immer deutlicher sichtbar. Besonders "Digital Natives", also junge Nutzer die im Internet zu Hause sind, sind stark gefährdet. Ihnen fällt das Abgrenzen zwischen Privat-und Berufsleben besonders schwer. Sie sind so gut wie immer erreichbar. Es ist schon erstaunlich, dass einige Menschen mit ihrem eigenen "Online Wahnsinn" nicht hoffnungslos überfordert sind.

Man sollte seine Zeit in sozialen Netzwerken also weder damit verbringen sich mit anderen zu vergleichen, noch damit jeden Moment seines Lebens mit der ganzen Welt zu teilen. Denn wie sagt man so schon: Das wahre Leben findet außerhalb von Facebook, Instagram & Co. statt.

 

Patricia

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