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Abitur geschafft - Was kommt danach?Veröffentlicht am 12.11.2015 in Karriere

Das letzte Jahr der Schulzeit ist angebrochen. Die Vorbereitungen für die entscheidende Abiturphase sind im vollen Gange. Die Lehrer drängen zum Lernen, denn „Wir liegen im Stoff meilenweit zurück“ und „Wir haben keine Zeit zum Spaßen!“. Doch meistens sind viele andere Sachen wichtiger als das Pauken. Die Komitees werden eingerichtet, die Abizeitung muss geplant werden und das Ziel für die Abitur- Abschlussreise steht auch noch nicht fest. Und das schlimmste: Die Frage zu deiner Zukunft lauert an jeder Ecke.

Seit 12 Jahren (vielleicht sogar 13) besteht der Alltag zum größten Teil aus Schule. Was kommt danach? Einige Mitschüler beeindrucken mit ihren ausgearbeiteten Plänen, doch die meisten sind unschlüssig: Direkt studieren oder besser eine Ausbildung? Zuhause bleiben, arbeiten und Geld verdienen oder besser ins Ausland, um neue Erfahrungen zu machen? Es gibt heutzutage so viele Möglichkeiten, wie soll man sich da entscheiden? Viele der Abiturienten wissen es nicht, fühlen sich noch zu jung, um so eine große Entscheidung für ihre Zukunft zu treffen. Du kannst dir also sicher sein, du bist nicht der oder die einzige.

Was möchte ich werden? Wo sehe ich mich in 10 oder 20 Jahren?

Bist du dir schon sicher, was du in Zukunft machen möchtest, schwankst du noch oder hast du wirklich noch keine Ahnung?

Wenn du dir bereits sicher bist, bist du einer der wenigen Glücklichen, die nicht mehr zweifeln und überlegen müssen. Du bist bereits ein Schritt weiter als deine Mitschüler und kannst bereits jetzt auf dein Ziel und damit deine Zukunft hinarbeiten. Gucke dir im Internet an, welche Voraussetzungen du für deinen Traumberuf erfüllen musst und welchen NC du für das entsprechende Studium benötigst. Die nächste Frage für dich lautet: Möchte ich nach dem Abitur erst ein Jahr Pause machen oder bin ich fit und motiviert, um gleich weiter durchzustarten?

Wenn du noch schwankst, kann dir vielleicht ein Praktikum in den verschiedenen Bereichen weiterhelfen. Dies kann man in Deutschland absolvieren, aber auch im Ausland. Viele Firmen bieten 3-monatige Orientierungs-Praktika an. In dieser Zeit wirst du merken, ob dieser Beruf etwas für dich ist oder eher nicht zu dir passt. Wenn du merkst, dass der Beruf oder Teile des Berufes (z.B. das stundenlange Sitzen am Computer, das eintönige Arbeiten, die viele Überstunden, etc.) gar nicht deinem Traumberuf entsprechen, hilft dir das auch extrem weiter, denn dann kannst du diesen und viele ähnliche Berufe von deiner Liste streichen und weiter nach vorne sehen. Auch Unis bieten heutzutage an, in einen Studiengang rein zu schnuppern. Im sogenannten Schnupperstudium darfst du mit richtigen Studenten in Vorlesungen sitzen und bekommst den Universitätsalltag hautnah zu spüren. Hier hast du auch Kontakt mit älteren Studenten, die früher in der gleichen Lage waren wie du.  Frag sie einfach, was sie dir empfehlen und was sie von dem Studiengang und dem Studieren allgemein halten.

Du weißt noch gar nicht, wo du dich in deiner näheren Zukunft siehst? Dann ist ein Jahr Orientierung auch für dich ein guter Tipp. Entweder beginnst du wie oben beschrieben ein Praktikum oder ein Schnupperstudium oder du verlässt erstmal dein Heimatdorf, um neue Erfahrungen zu machen. Wenn man sich mit anderen Menschen und einer ganz anderen Kultur umgibt, kommt man oft auch auf neue Gedanken. Vielleicht findest du im Ausland endlich, was du suchst und lernst zudem noch eine neue Sprache und Kultur kennen. Hier stehen dir viele verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung: Au-Pair, Praktika, Work-and-Travel oder verschiedene Freiwilligenprojekte. Du hast hier auch die freie Wahl, in welches Land du möchtest und welche Sprache du lernen möchtest. Beachte jedoch, dass gute Fremdsprachenkenntnisse oft vorausgesetzt werden.

Eine zweite wichtige Frage lautet: Was ist mir wichtig? Worauf kommt es im Leben an?

Möchtest du später viel Geld verdienen, wenig arbeiten und viel Urlaub haben, um Zeit mit deiner Familie und deinen Freunden zu verbringen? Die Antwort lautet natürlich „Ja!“, aber so einfach geht das leider nicht. Du musst dir Prioritäten setzen. Man verdient viel Geld, durch viele und gute Leistungen und meist durch eine hohe Qualifikation (z.B. Studium). Du musst also viel Zeit in deinen Job investieren (später im Berufsleben, wie auch vorher im Studium oder in der Ausbildung). Lange Arbeitstage mit einigen Überstunden können also zu deinem Alltag dazu gehören, wenn du weiterkommen willst. Wenn dir jedoch deine Freizeit oder ein ausgeprägtes Familienleben am Wichtigsten ist, suche besser nach einem Halbtagsjob oder einer Arbeit, in der du das Wochenende frei hast.

Lass dir Zeit bei deinen Überlegungen. Wenn du dich zu schnell und unsicher für eine Ausbildung oder ein Studium entscheidest, kann es sein, dass dir bald die Lust vergeht. Die Möglichkeit, dass du das Ganze wieder abbrichst, ist oft sehr verlockend und dann stehst du wieder genauso ratlos da wie am Anfang.

 

 

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