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UMWELT: Die schwimmenden Städte - „Lilypads“Veröffentlicht am 10.11.2015 in Nachgedacht

Die letzte Rettung - eine Seerose?

Immer mehr Menschen bedeutet immer mehr Energie, die hergestellt werden muss. Es hat zur Folge, dass mehr CO2 in unsere Atmosphäre ausgestoßen wird und das Ökosystem belastet. Das Jahr 2013 hatte eine weltweite CO2-Emission von über 35 Milliarden Tonnen. Wie kann der Mensch nur auf die ganzen Folgen des Treibhauseffektes reagieren? Vincent Callebaut hat eine Idee….

 

Diese Idee hat noch einen sehr futuristisch Hauch, aber sie könnte uns Menschen enorme Vorteile bringen und uns retten. Vincent Callebaut , ein belgischer Architekt hat eine schwimmende Stadt entwickelt. Grundüberlegung ist, dass die Polkappen, Gletscher und Eisschilde unvermeidlich abschmelzen und durch die Lufttemperatur sich das Wasser weiter ausdehnt (thermische Expansion-> größeres Volumen). Forscher rechnen, dass der Meeresspiegel bis 2100 um mindestens einen halben bis zu zwei Meter ansteigen wird. Dieser enorme Anstieg hat zur Folge, dass viele Landschaften, insbesondere Küsten bzw. unter dem aktuellen Meeresspiegel liegenden Gebieten überschwemmt werden. Betroffen sind vor allem Atolle in Ozeanien, sowie Holland, deren Einwohner müssten ihre Heimat für immer verlassen. Man bezeichnet diese Menschen als Klimaflüchtlinge, die in naher Zukunft zu 250 Million sein könnten, so Forscher. Der Begriff wird in naher Zukunft noch häufiger genutzt werden und die Regierungen vor neuen Aufgaben stellen.

Wie sieht nun der Plan von Callebaut aus? Er möchte sogenannte "Lilypads", zu Deutsch Seerosenblätter (meint hier jedoch nur Seerosen), bauen lassen.  Diese "Seerosen" sollen ein neues Zuhause für all die Klimaflüchtlinge werden. Man sagt, dass bis zu 50.000 Menschen im Inneren dieser Insel beherbergt werden können. Aufgrund des inselförmigen Aussehens werden sie auch als Neu-Polynesien ("viele Inseln“) bezeichnet. Die "Seerose" wird nur erneuerbare Energieformen nutzen, um für die Menschen Elektrizität herzustellen. Solche Energieformen sind: Biomasse, Osmotische Kraftwerke (Nutzung des unterschiedlichen Salzgehaltes des Meer- und Süßwassers zur Stromerzeugung), Solarthermie, Photovoltaik, Gezeitenkraftwerke und Windenergie. Eine sich selbstversorgende Stadt, die keine CO2-Abgase verursacht und mehr Energie produziert als es benötigt, ist das Ergebnis. Außerdem würde man sich die Strömungen zu Nutze machen, um so kaum Energie für den Transport aufwenden zu müssen.

Und wie ist das Ganze nun aufgebaut? Die auch als Floating Ecopolis (schwimmende Ökopolis) bezeichneten Städte würden aus zwei Schichten bestehen: Die erste aus leichtem Polyester, welches den Grundbau vorgibt und die zweite aus Titaniumoxid, welches mit UV-Strahlung reagiert und einen schönen Nebeneffekt erzeugt - Absorbierung der Luftverschmutzung (siehe Photokatalyse). Diese Ökopoleis bestünden aus drei Häfen und drei „Bergen“. Die Häfen sollen Kontakt zu anderen Lilypads bzw. zum Festland herstellen. Wahrscheinlich dienen sie auch als Unterhaltungszweck für die Bewohner, damit diese auch etwas anderes sehen können. Die Erhöhungen sind jedoch für die Nutzung der Solarenergie gedacht. In der Mitte gäbe es ein Auffangbecken (Lagoon), welches Regenwasser sammelt und reinigt, damit es als Trinkwasser genutzt werden kann. Ein Teil der Insel würde jedoch auch unterhalb des Meeresspiegels liegen, um so eine maximale Platzauslastung zu garantieren. Da es eine Ökopolis ist wird natürlich die Diversität der Flora und Fauna groß geschrieben, welche mit dem Menschen harmonieren soll. Die Ränder der Stadt und auch der Erhöhungen sollen von dem daran vorbei wehenden Wind genutzt werden (Windenergie). Wie das ganze aussieht könnt ihr unter folgendem Link einsehen: http://vincent.callebaut.org/planche-lilypad_pl04.html

Es liegt nur noch an uns und unseren Regierungen, diese geniale Idee des belgischen Architekten umzusetzen.  Werden wir einer der größten Probleme des 21 Jahrhundert gewachsen sein?

Quellen:

http://vincent.callebaut.org/page1-img-lilypad.html
https://de.wikipedia.org/wiki/Meeresspiegelanstieg
https://en.wikipedia.org/wiki/Floating_ecopolis
http://vincent.callebaut.org/page1-img-lilypad.html

 

Patrick Lippert

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