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Reich und schönVeröffentlicht am 23.09.2012 in Freizeit

Kekse und Stimmen

21. Juni 2013, Sommeranfang. Zum dritten Mal in Folge steht das kleine, familiäre aber exzessive Festival "Reich und Schön"in der Nähe von Döbeln an, welches jedes Jahr für große Begeisterung sorgt.

 

Was soll ich mitnehmen? Wie kommen wir dahin? Mit wem schläfst du in einem Zelt? Was nimmst du zu Essen mit? Wie viel Alkohol brauchen wir?

All die Fragen und noch tausende mehr machten sich in unseren Köpfen breit. Wir waren alle ganz aufgeregt und gespannt auf das Festival und zählten die Tage von Montag bis Freitag. Mit jedem Tag stieg unsere Freude mehr - bis zum Donnerstagabend.

Jeder von uns war am Packen, wir schrieben uns gegenseitig wirre SMS über zu viel Gepäck oder zu wenig zu Essen. Derweil machte sich ein Unwetter über Sachsen breit. Doch dieses Gewitter, inklusive Platzregen, nahmen wir mit positiven Gedanken hin: Wenn es jetzt regnet, wird perfektes Festivalwetter mit Sonnenschein!

Diese Freude hielt bis 22.30 Uhr an. Es erreichte uns die Nachricht, dass dieses Jahr kein Reich und Schön Festival stattfinden wird. Das Gelände sei unter Wasser, alle selbst gebauten Bühnen und Bars wurden zerstört und die Technik wurde vom Wasser davongespült.

 

Ein schlechter Scherz - dachten wir bis einschließlich Freitagmorgen, der Tag an dem das Wochenende der Wochenenden beginnen sollte. Die Bestätigung der Absage erreichte nun alle Teilnehmer über soziale Netzwerke und die Enttäuschung konnte man in unseren Gesichtern erkennen. Wir wollten es einfach nicht verstehen, dass unsere gepackten Rucksäcke und Schlafsäcke keinen Nutzen haben werden.

Doch so sehr sich die Sonne im Laufe des Tages hinter den Wolken hervorkämpfte, desto schöner wurde auch die Nachricht, die wir bekamen.

Am Vormittag wurde ein Aufruf gestartet, dass man sich über Helfer und Helferinnen freuen würde, um das Chaos zu beseitigen. Daraufhin fanden sich so viele Menschen ein, dass das Festival gerettet werden konnte. Mit der Hilfe der liebevollen Mitmenschen wurden zwei Bühnen und eine Bar innerhalb weniger Stunden aufgebaut, sodass man auf ein Reich und Schön Festival 2013 nicht verzichten musste.

Sofort planten wir unsere Mitfahrgelegenheiten und machten uns nach der Schule auf nach Auterwitz.

Dort angekommen waren wir überrascht, was man innerhalb von wenigen Stunden schaffen kann, wenn Menschen zusammenhalten und den Willen nach einem gemeinsamen Ziel haben.

 

Nach dem Erreichen des Zeltplatzes errichteten wir unser neues Heim für die nächsten zwei Nächte: Heringe, Vorzelt, Luftmatratze. Als alle Zelte aufgebaut waren, erkundeten wir das Festivalgelände. Endlich konnten wir alles hinter uns lassen und drei wunderschöne Tage auf uns zukommen lassen. Schon am Abend machten einige von uns Erfahrungen mit einem Realitätsverlust. Durch kleine gebackene Leckereien genoss man exzessives Tanzen zu lauten Beats bis man letztendlich im Zelt lag und Stimmen hörte.

Der Samstag verlief dementsprechend ruhig. Die Sonne schien auf den gesamten Zeltplatz, sodass wir uns im Auto, welches im Schatten stand, etwas Ruhe gönnten.

Am Samstagabend wurde erneut wild gefeiert, da wir in den 19. Geburtstag einer Freundin reinfeierten. „Die Nacht ist jung“ machten wir zu unserem Motto und tanzten bis in die frühen Morgenstunden.

Nachdem wir nur wenige Stunden Schlaf fanden, packten wir am Sonntag unsere Sachen zusammen. Durch unsere einmaligen und lustigen Erfahrungen können wir uns an ein wunderschönes Wochenende erinnern.

Wir danken allen Helfern und Freunden, die den Aufruf „Nach dem Regen kommt die Sonne“ verwirklicht haben und unser Festival, im wahrsten Sinne des Wortes, nicht ins Wasser fielen ließen. Es zeigt, dass man stärker als alle Steine sein kann, die einem in den Weg gelegt werden.

Jasmin

 




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